schaut doch mal vorbei...
Ich habe - ich schwöre es - nichts gegen spontane Besuche. Vorausgesetzt, die richtigen Leute machen sie. Und sie kommen zu einem Zeitpunkt, in der ich gerade Lust auf eine Stunde spontanes Geplauder habe.
Eher missgelaunt reagiere ich in der Regel auf spontane Besuche generell eher unwillkommener Personen an einem sonnigen Sonntagnachmittag. Leider sind wir dafür geradezu prädestiniert, da das Raubtiergehege samt Sandkasten und Fussballplatz an einer der beliebtesten Traditionssonntagsspaziergangsroute der ganzen Region liegt. Die Leute gönnen sich ein lukullisches Mittagsmahl, machen in Ruhe ein Schläfchen und verspüren dann den Drang zu ein bisschen Bewegung an der frischen Luft und einem Tässchen Kaffee bei uns. Sie spazieren. Und winken uns fröhlich über den Zaun.
Der Liebste flüchtet reflexartig. Seit langem schon wollte er den Keller aufräumen. Warum nicht jetzt? Und ich stelle mich taub.
Die Tatsache, dass niemand begeistert die Tür aufreisst, wenn der Spontanbesuch klingelt, schreckt diesen aber keinesfalls ab. Sie kommen einfach rein und rufen gutgelaunt nach uns. Der Liebste ist abgetaucht. Ich schweige so lange, wie es nur geht, um dann mit einem Gähnen unmittelbar vor den ungebetenen Gästen aufzutauchen. Jeder andere Gast würde jetzt erschreckt fragen: "Oh. Haben wir Dich geweckt?" Diese Gäste nicht. Sie strahlen in der unumstösslichen Gewissheit, genau die Ablenkung an einem so langweiligen Sonntagnachmittag zu sein, nach der uns jetzt gerade dürstet.
Wir setzen uns in den Garten. Ich bin so unhöflich, wie ich mich mit meiner guten Erziehung im Nacken gerade noch zu sein traue und serviere Wasser. Kaffee höchstens. Keine Kekse. Keinen Kuchen. Das eine Kleinkind der Besucher hat mittlerweile bereits dem Spiderman des kleinen Wolfs ein Bein ausgerissen, was einen wölfischen Wutanfall zur Folge hat. Das zweite Kleinkind stinkt und wird auf unserer Couch gewickelt. Das findet der kleine Bär dermassen entsetzlich, dass er mit Würgen in seinem Zimmer verschwindet. Ich werde ihm später beteuern müssen, sämtliche Kissen gewaschen zu haben.
Der Besuch sitzt im Garten. Und erzählt in epischer Länge von der Konsistenz des Stuhlgangs des jüngeren Kindes nach der letzten Darmgrippe (ansteckend! erst zwei Tage her!). Und von der Katze der Nachbarin, die ihren Stuhlgang wiederum - egal. Ich schaue mürrisch in die Wolken. Der Liebste bleibt verschwunden, nur ab und zu ist ein Scheppern zu hören.
"Ja", sagt der Besuch nach zwei Stunden, "wir müssen! Die Sonne geht jetzt ja auch schon langsam weg." Das ist das Stichwort für den Liebsten, der, Überraschung heuchelnd, aus dem Keller hochkommt. "Ach", sagt er, "ich hab euch gar nicht gehört!".
Heuchler. Aber wenigstens ist der Keller wieder einmal blitzblank. Und ich ringe ihm das Versprechen ab, dass ich nächsten Sonntag den Dachboden aufräumen darf, wenn es am Nachmittag klingelt,
Eher missgelaunt reagiere ich in der Regel auf spontane Besuche generell eher unwillkommener Personen an einem sonnigen Sonntagnachmittag. Leider sind wir dafür geradezu prädestiniert, da das Raubtiergehege samt Sandkasten und Fussballplatz an einer der beliebtesten Traditionssonntagsspaziergangsroute der ganzen Region liegt. Die Leute gönnen sich ein lukullisches Mittagsmahl, machen in Ruhe ein Schläfchen und verspüren dann den Drang zu ein bisschen Bewegung an der frischen Luft und einem Tässchen Kaffee bei uns. Sie spazieren. Und winken uns fröhlich über den Zaun.
Der Liebste flüchtet reflexartig. Seit langem schon wollte er den Keller aufräumen. Warum nicht jetzt? Und ich stelle mich taub.
Die Tatsache, dass niemand begeistert die Tür aufreisst, wenn der Spontanbesuch klingelt, schreckt diesen aber keinesfalls ab. Sie kommen einfach rein und rufen gutgelaunt nach uns. Der Liebste ist abgetaucht. Ich schweige so lange, wie es nur geht, um dann mit einem Gähnen unmittelbar vor den ungebetenen Gästen aufzutauchen. Jeder andere Gast würde jetzt erschreckt fragen: "Oh. Haben wir Dich geweckt?" Diese Gäste nicht. Sie strahlen in der unumstösslichen Gewissheit, genau die Ablenkung an einem so langweiligen Sonntagnachmittag zu sein, nach der uns jetzt gerade dürstet.
Wir setzen uns in den Garten. Ich bin so unhöflich, wie ich mich mit meiner guten Erziehung im Nacken gerade noch zu sein traue und serviere Wasser. Kaffee höchstens. Keine Kekse. Keinen Kuchen. Das eine Kleinkind der Besucher hat mittlerweile bereits dem Spiderman des kleinen Wolfs ein Bein ausgerissen, was einen wölfischen Wutanfall zur Folge hat. Das zweite Kleinkind stinkt und wird auf unserer Couch gewickelt. Das findet der kleine Bär dermassen entsetzlich, dass er mit Würgen in seinem Zimmer verschwindet. Ich werde ihm später beteuern müssen, sämtliche Kissen gewaschen zu haben.
Der Besuch sitzt im Garten. Und erzählt in epischer Länge von der Konsistenz des Stuhlgangs des jüngeren Kindes nach der letzten Darmgrippe (ansteckend! erst zwei Tage her!). Und von der Katze der Nachbarin, die ihren Stuhlgang wiederum - egal. Ich schaue mürrisch in die Wolken. Der Liebste bleibt verschwunden, nur ab und zu ist ein Scheppern zu hören.
"Ja", sagt der Besuch nach zwei Stunden, "wir müssen! Die Sonne geht jetzt ja auch schon langsam weg." Das ist das Stichwort für den Liebsten, der, Überraschung heuchelnd, aus dem Keller hochkommt. "Ach", sagt er, "ich hab euch gar nicht gehört!".
Heuchler. Aber wenigstens ist der Keller wieder einmal blitzblank. Und ich ringe ihm das Versprechen ab, dass ich nächsten Sonntag den Dachboden aufräumen darf, wenn es am Nachmittag klingelt,
chamäleon123 - 23. Apr, 13:56